How to (not) make Satire

19 Nov

„Was kann, soll und darf Satire?“, war die große Frage der Podiumsdiskussion, die am Freitag Abend den Auftakt zum Symposium „Kollektive Kränkungen“ (eine Zusammenarbeit vom Friedensbüro Salzburg und dem Open Mind Festival) machte. Angeregt und konstruktiv wurde auf dem Podium von der Philosophin und Autorin Isolde Charim, dem YouTube-Satiriker Younes Al-Amayra, dem Karikaturisten Gerhard Haderer und der Universitätsprofessorin Elisabeth Klaus (Moderation) über die Grenzen, aber auch Möglichkeiten von Satire sowie die kollektiven Wunden, die durch diese aufgerissen oder geheilt werden können, diskutiert. Ich habe versucht, die Kernaussagen der Diskussion herauszufiltern und sie für euch zusammenzufassen: 

  1. Jeder Satiriker oder Satirikerin muss für sich selbst bestimmen, wie weit er oder sie gehen darf. Das heißt aber auch, dass  jeder und jede die Konsequenzen einer satirischen Grenzüberschreitung und die damit womöglich einhergehende Verletzung einer Gruppe verantworten muss.
  2. Wer Satire betreibt, darf sich selbst nicht zu ernst nehmen und sollte sich und seine eigene Position in der Gesellschaft immer in seiner Kritik mit einbeziehen. Das ist auch der Grund, warum es keine guten SatirikerInnen aus dem rechten Lager gibt.
  3. Eine weitere wichtige Frage im Bezug auf Satire ist, von wem diese ausgeht und gegen wen sie sich richtet. Geht sie gegen das System oder werden einzelne Gruppen und Personen individuell diffamiert? Satire sollte von unten nach oben gehen. Das heißt im besten Falle von Minderheiten ausgehend an die Mehrheitsgesellschaft gerichtet.
  4. Eine ebenso wichtige Frage, die in der Diskussion aufkam: wie geht man als Individuum mit satirischen Kränkungen um? Younes  Al-Amayras Antwort darauf: „Man muss es (leider) aushalten.“
  5. Satire ist dann gut, wenn sie einen möglichen Diskurs eröffnet. Es braucht säkularisierte Räume des Austauschs und des Diskurses in einer Gesellschaft voller unterschiedlicher Kollektive und Individuen.
  6. Younes sollte sich mehr mit weiblichen HumoristInnen auseinandersetzen, nachdem er nicht in der Lage war, eine einzige Frau aus dem Fach zu benennen.
  7. Nicht geklärt werden konnte die Frage, ob es nun gut ist, den „geilen Sebastian als Baby-Hitler zu bezeichnen oder nicht.

 

Foto © Michael Grössinger

 

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