Bussi, Baba

13 Dez

So, jetzt ist es auch schon wieder vorbei, das Open Mind Festival 2017.
In diesem Blogbeitrag möchte ich die letzten zwei intensiven Wochen voller individueller Kollektive und kollektiver Individuen Revue passieren lassen. Was ist passiert? Welche Formen von Kollektiven haben sich während des Festivals gebildet? Und wie haben sich diese auf das Individuum ausgewirkt?

Zum einen gab es KünstlerInnen-Kollektive auf der Bühne und im öffentlichen Raum. Da waren die Rabtaldirndln mit ihrem Stück „Abreißen“, die experiemtelle Theatergruppe God’s Entertainment mit ihrem Chauvinismusscanner, die junge Punkband AIVERY mit ihrem neuem Album „Because“, die Performancegruppe rund um Lisa Hinterreithner und die YouTube-Stars „Datteltäter“ mit ihrer Satire Lecture.
Zum anderen wurde das Spannungsfeld Kollektiv/Individuum inhaltlich in den (künstlerischen) Arbeiten, Vorträgen, Performances, Diskussionen und Workshops auf vielen verschiedenen Ebenen thematisiert und aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet. Es ging um Gruppenzugehörigkeiten, die Kluft zwischen Stadt und Land, um Fremdes und Vertrautes und um die Konstruktion eines „Wir“ und der „Anderen“.
Es ging um das Kollektiv Familie und die Fragen nach Identität und Verwurzelung, („Familienfilmabend“ mit den Dokumentationen „Paradis! Paradis!“ von Kurdwin Ayub und „UNTEN von Djorde Cenic) sowie um die queer-akitivistische Commmunity und deren interne Konflikte (Montagsrunde mit Patsy l’Amour laLove). Das zweitägige Symposium „Kollektive Kränkungen“, welches in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Friedensbüro entstand, widmete sich in einer Podiumsdisskusion, sowie Vorträgen und Workshops diesem großen, brandaktuellen Thema und der Frage nach deren Auslöser und Auswirkungen auf Geschichte und Gegenwart.
Neben dem vielschichtigen Input gab es aber auch die Möglichkeit, selbst in einem Kollektiv aktiv zu werden. Sei es beim eröffnenden Trällern von „Common People“ von Pulp, beim gemeinsamen Kochen und anschließendem Schmausen syrischer Köstlichkeiten im Syrian Pop-up Cooking Lab oder beim gemeinsamen kritisch durch die Stadt spazieren.

Für mich persönlich war es total spannend, so viele inspirierende Menschen kennenzulernen, sich in neuen Gruppen wieder zu finden und für einen kurzen Moment Teil einer Gemeinschaft zu sein. Egal ob im Team der ARGEkultur, in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen, Mitwirkenden oder Teilnehmenden. Ich habe ein Kollektiv an schönen und wertvollen Erfahrungen gesammelt, die ich nicht missen möchte – Merci!

Bussi, Baba.

 

Foto: Cornelia Lindinger, Open Mind Festival Assistenz 2017 © Wolfgang Lienbacher

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