Meine drei Lieblingsvideos der „Datteltäter“

31 Aug

Ich habe mich in den letzten Tagen mit der Arbeit der Youtubesatiriker_innen „Datteltäter“auseinandergesetzt, die heuer beim Open Mind Festival im Rahmen des Symposium „Kollektive Kränkungen“ zu Gast sein werden.
Thematisch bewegen sich die Videos der Gruppe im Spannungsfeld Muslime – Nicht-Muslime und geben dabei einen humoristischen Einblick in ihre Lebenswelt in Deutschland und Österreich. An den Videos der „Datteltäter“ gefällt mir besonders die unbefangene Selbstironie mit der sie sich dem großen, bedeutungsschweren und konfliktbeladenen Thema „Islam“ annähern.
Durch die satirische Entschärfung des Diskurses ist meiner Meinung nach eine neue Form der Auseinandersetzung und des Nachdenkens über die unterschiedlichen und sich überschneidenden Lebenswelten möglich. Ich finde, dass durch Humor und Satire eine ehrlichere, lebensnähere und unbefangenere Gesprächsbasis geschaffen werden kann, die es erlaubt, Dinge auszusprechen und zu benennen, die in anderen Kontexten tabu wären.
Was mich persönlich anbelangt, so haben mir die „Datteltäter“ in ihrer Funktion als vermittelnde Brückenbauer, die alltäglichen Herausforderungen und Diskrimierungen, vor denen Muslime und vor allem auch Muslima in Deutschland und Österreich stehen, wieder (mehr) bewusst gemacht (Stichwort „Kopftuch“ und „Ramadan“ ). Durch die humoristische, teils groteske Überspitzung von Stereotypen und Vorurteilen wird man unweigerlich mit seinem eigenen vorgefertigten Schubladendenken konfrontiert und kommt nicht darum herum zu erkennen, wie viel Vorurteile in einem selbst stecken.
Des Weiteren finde ich das Prinzip der „Datteltäter“, das jeder und jede in ihren Videos durch den Kakao gezogen wird, sehr sympathisch; egal ob es sich um nicht-muslimische, engstirnige Deutsche, die meinen über allen Dingen zu stehen, oder um Muslime, die als wandelnde moralische Zeigefinger durchs Leben gehen, handelt.

Meine 3 Lieblingsvideos:

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