Free your mind.

29 Nov

Schon wieder ist es soweit. Ein weiteres Open Mind Festival neigte sich nach zwei sehr aktiven Wochen in Windeseile seinem Ende zu. Ich hatte die Ehre, auch 2016 wieder dabei sein und für Salzburgs coolste Kultur-Events bloggen zu dürfen. Jetzt soll ich meine Gedanken dazu in Worte fassen. Am liebsten würde ich allerdings den Bericht des Vorjahres herauskramen und Wort für Wort rezitieren. Gut, das Festival-Motto würde ich freilich schon umschreiben, ich will ja nicht unglaubwürdig erscheinen. Am Rest hat sich erfreulicherweise erstaunlich wenig geändert.

In diesem Jahr widmete sich das Open Mind Festival dem Motto „AUSweg. Das wesentliche NEIN.“ Dabei ging es nicht nur um das konstruktive Verschwinden oder das Emanzipatorische „Genug ist Genug“. Nein, das Festival beschäftigte sich auch mit der Flucht vor sich selbst und dem damit einhergehenden Eskapismus. Kuratorin Cornelia Anhaus schuf mit ihren klug gewählten Konzert-, Workshop-, Theater-, Performance-, Kino- usw. Schwerpunkten ein spannendes und abwechslungsreiches Veranstaltungs-Potpourri.

Einmal mehr schärfte das Open Mind Festival den Blick für das Fremde. Die 11 Tage des innovativen Events gewährten Einblick in andere Welten. Auch 2016 konzentriert sich dabei der Fokus auf die Problematiken und Konstellationen, die von der breiten Schicht oftmals wenig Beachtung finden. Wer beschäftigt sich beispielsweise mit der Situation von LGBTIQ Asylsuchenden? Ich hatte mir, ganz ehrlich, davor noch nie Gedanken darüber gemacht. Das wird mir jetzt nicht mehr passieren. Als wirklich wunderbar entpuppte sich nicht nur der Geheimtipp „Immersion. Wir verschwinden.“ des aktionstheater ensembles, das während des Festivals Uraufführung feierte, sondern auch „Kein Stück Liebe“ von der Ich bin O.K. Dance Company. Apropos. Danach strahlten alle Gesichter im Zuschauer*innenraum, von wegen kein Stück Liebe. Von diesem Gefühl hatten die Tänzer*innen mit und ohne Behinderung erstaunlich viel zu geben. Das Glücksgefühl schwappte deshalb auch ungeniert von Bühne auf Publikum über. Paul Plut gab in kleinem Rahmen Kostproben seines düster schönen Dialekt-Gospels, der das Publikum in seinen ganz eigenen Bann zog. Lukas führte indes am letzten Tag eine Truppe Interessierter in die Welt der „Müllstierdler“. Mit dem Fahrrad ging es quer durch Salzburg zu den diversen Dumpster-Hot-Spots. Natürlich war das aber eigentlich auch noch lange nicht alles, was es beim Open Mind Festival 2016 so zu sehen, hören und erleben gab. Aber alles zu erwähnen, würde an dieser Stelle definitiv den Rahmen sprengen. Deshalb verweise ich lieber auf den Blog. Einfach ein bisschen zurückscrollen und schon erlebt das Open Mind Festival 2016 eine Reprise.

Es ist schade, dass so ein Festival auch heuer nicht mal zwei Wochen dauern kann. Die sind zwar mit sehr viel Einsatz und Schweiß aufseiten der Initiator*innen und Beteiligten verbunden. Aber lasst euch an dieser Stelle eines sagen, liebe Initiator*innen und Beteiligte: Es hat sich gelohnt. Das Open Mind Festival bleibt auch weiterhin das coolste Kultur-Event in Salzburg.

 

Foto: Open Mind, Open Mouth via Fudkanista © Jasmin Walter

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