Wir fliagn hoid bis ma foin …

20 Nov

Wenn düstere Gitarrenklänge kombiniert mit österreichischer Mundart durch das Studio der ARGEkultur hallen, kann es sich nur um Paul Plut handeln. Der Sänger von Viech trat am Donnerstag, den 17.11, mit seinem Soloprojekt unter dem eigenen Namen in Salzburg auf. Sein Repertoire ist eine Mischung aus alten und neuen Songs, die Geschichten von Heimat und Heimweh, aber auch vom Sterben erzählen. Mit seiner rauchigen Stimme und sonst eher reduzierten Instrumentals schafft es Paul Plut, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und eine große Intimität herzustellen, wodurch wohl auch die eine oder andere Träne vergossen wurde (schuldig im Sinne der Anklage).

Sein neues Album, „Lieder Vom Tanzen und Sterben“, das bis Oktober 2017 in monatlichen Etappen per Newsletter gratis veröffentlicht wird, wartet mit Gänsehaut-schürenden Songtexten auf. Im ersten Ableger, „Lärche“, zu dem es auch bereits ein atmosphärisch-düsteres Video gibt, heißt es beispielsweise „Ois wos guat is in da Wöd, konnst in a Tuchant aus Lärchnhoiz legn“. Der Steirer, der mit seiner ruhigen, herzlichen Ausstrahlung besticht, verarbeitet in seinem neuen Album musikalisch erstmals seine beiden Suizidversuche. Eine durchaus harte Kost. Zu anderen Inspirationen für seine Texte zählen ein Aufenthalt in Spanien (Hotel am plaza del Diamante mit Blick auf den muscle beach) oder auch die intensive Auseinandersetzung mit dem alten Testament. Die daraus entstandenen Songs präsentierte er dem aufmerksamen Publikum während seines einstündigen Auftritts in der ARGEkultur. Auf den Wunsch seiner Oma hin, doch auch mal was Schönes zu spielen, beendet Paul Plut sein Set mit einem Cover von „In de Berg bin i gern“.

Wer jetzt Lust auf mehr bekommen hat kann sich für den Newsletter unter paulplut.com eintragen und sich auf diesem Wege monatlich eine Dosis steirischen Mundart-Gospel zusichern. Auch gibt es die Möglichkeit, Paul Plut bei Konzerten in eher untraditionellen Locations, auf Friedhöfen und in Kirchen, hautnah zu erleben. Nächste Gelegenheit: Mitte Jänner in Graz.

Foto © Wolfgang Lienbacher

Trackbacks and Pingbacks

  1. LÄRCHE Medienecho | PAUL PLUT - 21. November 2016

    […] »Gänsehaut-schürenden Songtexte« Cornelia Anhaus, Open Mind Festival […]

Leave a Reply