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Heute schon gedumpstert?

23 Nov

Von „Dumpstern“ hat mittlerweile vermutlich jede*r schon einmal gehört. Besonders bei Diskussionen um das Mindestablaufdatum und den herrschenden Waren-Überfluss in Supermärkten fällt der Begriff ganz gerne. „Dumpstern“ kommt eigentlich vom Englischen „dumpster diving“ und steht für „Müll tauchen“. Grob übersetzt, denn Lukas, ein Dumpster-Pionier in Salzburg, klärt uns auf, dass das ja eigentlich kein Müll ist, nachdem wir gleich suchen werden. Sondern einfach nur Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, da sie nicht der Konsum-Norm entsprechen. […]

Über verlorene Jungs und Feminismus

23 Nov

Feminismus in Zeiten von Trump, Brexit und einer geschwächten politischen Linken stand im Zentrum des Gesprächs mit der laut Telegraph „lautesten und umstrittensten weiblichen Stimme der radikalen Linken“, Laurie Penny, die am Samstag (19.11) in der ARGEkultur unter der Moderation von Hannah Wölfl ihre Einschätzungen mit dem Publikum beim Open Mind Festival teilte. […]

Keep your laws off my body.

20 Nov

Meine Eltern ließen sich nicht lumpen und stifteten für meine Entstehung generös ihre Erbmaterial. Das wurde nach einem relativ unergründlichen Bauplan der Natur zusammengestöpselt. Neun Monate später erblickte ich in dem Glauben, frei über diese Maßanfertigung verfügen zu können, das Licht der Welt. Ich irrte. Das scheint mit meinem weiblichen Geschlecht zusammenzuhängen. Denn wiewohl mir niemand ohne meine Zustimmung die Haare schneiden, die Nase verkleinern oder ein Bein amputieren darf (abgesehen in lebensbedrohlichen Situationen), erfährt diese herrliche, selbstbestimmte Freiheit bei meinem Uterus ein jähes Ende.

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Mein Körper. Meine Entscheidung.

5 Nov

Sag, kennst du Frau Welt? Vordergründig überirdisch schön, bringt sie mit ihrem faszinierendem Aussehen ganze Räume zum Erstrahlen. In Konrads von Würzburg allegorischer Verserzählung „Der Welt Lohn“ trifft Wirnt von Grafenberg auf die geheimnisvolle Unbekannte. Wirnt ist ganz verzückt, bis … tja, bis sie sich umdreht. Groß der Effekt. Denn Frau Welts Rücken ist hässlich und entstellt: Würmer, Schlangen, Kröten und Nattern tummeln sich darauf. […]

Ein Jahr „Flüchtlingskrise“

11 Okt

Es war vor fast genau einem Jahr als ich in Leeds (West Yorkshire, England) in meinem StudInnentenheim vor dem Laptop gefesselt den reißerischen Berichten des BBC lauschte, wonach Österreich und Deutschland von einer Welle von Flüchtlingen beinahe überschwappt wurde. […]

„Where there is no son, there is no future?“

22 Nov

Ein Schwur ist mehr als nur ein Versprechen, der Schwur ist die Handlung, die man ausführt, wenn man einen Eid leistet. Eine Frau schwört, ihre Keuschheit für immer zu bewahren, das ist die Voraussetzung, um zum Mann zu werden. Ohne Operation, ohne Hormonbehandlung, „nur“ durch eine neue soziale Identität werden Mädchen in Albanien oft noch im Kindesalter zu Jungen bzw. Männern. Sie tragen, entsprechend der Norm, männliche Kleidung und verrichten nach konservativem Weltbild entsprechend maskuline Arbeit. Oftmals ersetzen sie damit ein männliches Familienoberhaupt, welches durch Blutrache „Gjakmarrja“ ermordet wurde. […]

Von Hausmasta MC & Karla-OK

17 Nov

Karaoke und die Schlagkraft der Jägermeister.
Karaoke Bash‘ so nennen sich die Jungs aus Wien mit ihrer Live-Band Karaoke Show. Am Samstagabend waren sie zum ersten Mal in Salzburg zu Gast und haben das Open Mind Festival gerockt. Von Punk, Rock und Hardcore bis zu Metal reicht ihr Lieder-Repertoire, mal mehr, mal weniger Mainstream. Wobei das durchaus gewollt ist, Karaoke-Lieder muss das Publikum ja erst einmal kennen, um sie dann nach zu singen. Ebenso ist die Kleiderwahl von Hausmasta MC (Moderator & Sänger) und der Band geplant schrill und skurril, da werden schon mal groteske Leggins mit Amarican-Flag-Print, schräge Perücken und Badeschlapfen mit weißen Socken kombiniert. Die Message? Spaß soll es machen! Und das ist mehr als gelungen!

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Die Stimme: Voice ≠ Vote

14 Okt

Ein Konzert für mehr Gerechtigkeit… eine Woche später sind die medialen Wogen wieder geglättet, die Stimmen verhallt? Das Problem bleibt. Die 150.000 „Voices for Refugees“ können es nicht lösen, sondern nur ein Zeichen setzten, dass sie als Vertreter*innen eines Teils der Zivilgesellschaft anders sind. Eine andere als die offizielle österreichische Flüchtlingspolitik, die mit Dublin II kämpft, immer noch an einer europäischen Lösung feilt, die Familiennachholung beschränken möchte und sich bedroht fühlt von einer möglichen Grenzschließung Bayerns. Dem gegenüber steht am Heldenplatz eine bunt gemischte Masse, Menschen aller Altersgruppen, mit einem gemeinsamen Interesse und so vielfältig wie Österreich immer schon geprägt war; wer das nicht glaubt, sollte mal ein Wiener Telefonbuch aufschlagen. Aber wie anders ist die Zivilgesellschaft wirklich, bestehend aus unzähligen freiwilligen Helfer*innen, finanziellen Unterstützer*innen? Eine Einsatzbereitschaft, die sich in den Wahlen nicht unmittelbar niederschlägt – nach den Wahlen ist in Österreich gefühlt wieder vor den Wahlen, mit ein paar Einschnitten. […]

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

1 Sep

Der Mann, der mit der Bibel unter dem Arm durch die Grabeskirche in Jerusalem schlendert, fällt auf. Das liegt an seinem ungewöhnlichen Erscheinungsbild; zumindest in diesem Augenblick ist er der Einzige, der in ein weißes Bettlaken gehüllt und barfüßig vor der Grabeskapelle in mein Blickfeld läuft. Der Unbekannte sieht aus wie Jesus. Oder wie das, was man sich in der Moderne gemeinhin darunter vorstellt: Langes braunes Wallehaar, Bart, weißes Laken und keine Schuhe. Auf den zweiten Blick ergeben sich Ungereimtheiten, die nicht ganz in das Klischee passen wollen. Mein Exemplar ist nämlich deutlich fülliger als sein berühmtes Vorbild und warum trägt Jesus eigentlich sein eigenes Leben unter dem Arm spazieren? […]

„Fremdschämen in einer neuen Dimension“

23 Okt

Kommt die Polizei mit dem Ghettoblaster, bläst der Shitstorm. Die Regel klingt einfach, warum sie die Exekutive von Nordrhein-Westfahlen dennoch nicht beherzigte, fragt sich die Internetcommunity. Das Video ist kein Einzelfall: Firmen- und Rekrutierungshymnen liegen im Trend – und sorgen für unfreiwillige Komik. Doch warum macht Firma das? […]